Meine persönliche Analyse zur Nationalratswahl 2017 und das Interview finden Sie am Ende der Seite.

Fraktionsobmann der GRÜNEN Klosterneuburg
STR Mag. Sepp Wimmer

geschäftsführender Stadtrat für Umwelt

weitere Arbeitsbereiche: Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft, Sport und städtische Betriebe sowie Mitglied des Finanzausschusses

geb. 22.12.1957
Politologe
Stadtplatz 28, Tel. 37504
sepp.wimmer@gruene.at

Geb. 1957, verheiratet, aufgewachsen im Mostviertel (Seitenstetten), seit Mitte der siebziger Jahre wohnhaft in Klosterneuburg. Nach dem Mittelschulabbruch verschiedene journalistische Tätigkeiten und daneben Matura im zweiten Bildungsweg am Gymnasium f. Berufstätige mit Auszeichnung absolviert. Als Werkstudent Betreuung von Behinderten und Studium der Politikwissenschaften/ Publizistik an der UNI Wien. Danach Arbeit im Public Relations Bereich in der Privatwirtschaft. Von 1996 bis 2013 im Landesvorstand der niederösterreichischen Grünen und dort zuständig für verschiedene Arbeitsbereiche und Projekte. Nach dem Aussscheiden aus dem Landesvorstand weiterhin verschiedene Organisation- und Projektbetreuung für die Grünen Niederösterreich.

 


 


link: one world
OneWorld

 

 


Christoffel Entwicklungszusammenarbeit


"...Mensch sein heißt: Verantwortung fühlen, sich schämen beim Anblick der Not - auch dann, wenn man keine Mitschuld an ihr hat - und persönlich seinen Stein beitragen, in dem Bewußtsein, mitzuwirken am Bau der Welt ..."
Antoine de Saint-Exupéry

"Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt ist ein Mensch!"
Erich Kästner

"Alles wird sich vor ihren Augen abspielen und sie werden nichts sehen."
Christa Wolf, Zitat aus der Erzählung "Kassandra"

"Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten, sondern vor deren Rückkehr in der Maske der Demokraten."
(Theodor W. Adorno, Soziologe, Philosoph, Komponist, 1903 - 1969)

"Demokratie ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt."
Dieter Hildebrandt, Kabarettist

"Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft werden,
dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.
"
(Platon 427-347 v. Chr.)

Lebensbücher:

 

 

 

link: amnesty international

 

link: behindertenorganisation

 

 

 

Motivation für politisches Engagement:
"In unserer Zeit denkt jeder zunehmend nur mehr an sich. Dadurch bekommt auch der Erhalt gemeinschaftlicher Bedürfnisse (öffentl. Verwaltung, öffentl. Erziehungs- od. Gesundheitswesen, Sicherheit, etc.) einen immer geringeren Stellenwert. Eine derartige Entwicklung gefährdet den sozialen Frieden, die gesellschaftliche Stabilität und damit die Demokratie. Wer dies nicht will, muß sich engagieren. Gute Kommunalpolitik zu machen, ist eine Möglichkeit."


Lebensphilosophie:
Streben nach immer mehr materiellen Gütern bringt kein Mehr an Lebensqualität.

Hobbys:
 
 
Freunde

Politischer Werdegang:

Auf kommunaler Ebene: 1991 Beginn der Mitarbeit bei der Klosterneuburger BGU (Bürgerunion), einer unabhängigen grünen Bürgerliste.

Von 1995 bis 2000 : Gemeinderat
(BGU hatte 4 Mandate, davon 1 Stadtrat) Mitglied des Kontrollausschusses und der Statutarstadt-Kommission.

Von 2000 bis 2005 geschäftsführender Stadtrat für Verwaltung und Organisation
(Grüne/BGU) weiter 4 Mandate, davon 1 Stadtrat)

Von 2005 bis 2010 geschäftsführender Stadtrat für Umwelt, Verwaltung und Organisation
(Grüne/BGU) 5 Mandate, davon 2 Stadträte)

Von 2010 bis 2015 geschäftsführender Stadtrat für Umwelt, Verwaltung und Organisation
(Grüne/BGU) 5 Mandate, davon 1 Stadtrat)

Ab 2015: Stadtrat für Umweltschutz
(GRÜNE/BGU) haben 6 Mandate, davon 2 Stadträte

 

 

Politik für Klosterneuburg:


1985 Dritte Welt Basar


1998 BGU Forderung nach einem Fußübergang am Stadtplatz


2000 illegale Bauschuttdeponie


2001 Fischsterben


2003 Organisator des Grünen Wienerwaldpreises


KURIER 2004 Umfahrungsdiskussion


2005 Koalition ÖVP - GRÜNE


2005 Umweltinitiative


2007 Schnappschüsse einer Podiumsdiskussion


2009 Umweltschutz


Gemeinderatswahlkampf 2010


2011 Kritik am gescheiterten Hotelprojekt


2012 Golfplatz Enquete


2013 Grünes Sommerfest


Gemeinderatswahl 2015 Podiumsdiskussion


2016 jährliche Radbörse

2017 Volksbegehren TTIP, CETA


 

 

 

Politik auf landes- und bundespolitischer Ebene:

Seit 1994 politisches Engagement bei den GRÜNEN.
Von Dezember 1995 bis Sommer 1998 im Vorstand der GRÜNEN BILDUNGSWERKSTATT N.Ö.
Von Jänner 1996 bis April 2013 ununterbrochen Landesvorstandsmitglied der NÖ GRÜNEN.

Auf bundespolitischer Ebene:
Mitarbeit in verschiedenen Bundesarbeitsgruppen

1994, 1995, 1999, 2002, 2006, 2008 und 2013 grüner Nationalratskandidat.

Niederösterreichischer Spitzenkandidat der Grünen bei den Europawahlen 1999.

Österr. Delegierter des 1. GRÜNEN Europäischen Beschäftigungsgipfels 1997 in Luxembourg.
Österr. Delegierter des 2. int. Kongreß der europäischen GRÜNEN 1999 in Paris
Österr. Delegierter beim Gründungskonress der Europäischen GRÜNEN im Februar 2004 in Rom.
Österr. Delegierter beim Europäischen Kongress der GRÜNEN im März 2009 in Brüssel.
Österr. Delegierter beim Europäischen Kongress der GRÜNEN im November 2011 in Paris.

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1995 Nationalratswahl mit Madeleine


1998 Landeskongreß mit dem damaligen Grünen Bundessprecher
und jetzigem Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen

sepp wimmer mit mercedes echerer und johannes voggenhuber

Im Gespräch mit Joh. Voggenhuber und Mercedes Echerer 1999

sepp in paris mit cohn bendit und anderen

Gesprächsrunde mit Johennes Voggenhuber - Daniel Cohn Bendit - Mercedes Echerer, Paris 1999



2003 Lobau Demo mit Madeleine


Mit Rolf Holub (Grüner Kärtner Landesrat und Hypo-Aufdecker)
2009 beim europäischen Kongress der GRÜNEN in Brüssel


Paris 2011 - Europäischer Kongress der GRÜNEN
Madeleine - der Grüne Bär - Sepp


2011 Demo mit Eva beim slowakischen Atomkraftwerk Bohunice


2015 Martina Enzmann, Eva Glawischnig und Werner Brix


Parlament 2016 Mountainbike Enquete

 


Wahlanalyse NRW17:

Themensetzung „Wir müssen Schwarz-Blau“ verhindern!“ war politischer Selbstmord mit Anlauf!

Dieses Thema war nicht nur viele bürgerliche Grüne WählerInnen (konservative, ja die gibt es, und nicht gerade wenig) zu wenig, um nach dem Rauswurf der Grünen Jugend und des ziehen lassen von Peter Pilz wieder Grün zu wählen. Aber noch fataler war diese Themensetzung für die vielen Grünen LeihwählerInnen“ die wir von SPÖ/ÖVP hatten. Die sind natürlich in Tausenden wieder zu SPÖ/ÖVP gewandert. Wie konnte es den Grünen Wahlstrategen passieren, dass das ungeschriebene fundamentale „Wahlgesetz“, der Wähler geht immer zum Schmied und nicht zum Schmiedl negiert haben. Die Grünen Wahlstrategen haben diesen Grundsatz offensichtlich in ihrem persönlichen ideologischen Eifer völlig bei Seite geschoben.

Die Causa Peter Pilz. Die Legenden um die Wahl am Bundeskongress in Linz.

Als jahrelanger Delegierter auf Bundeskongressen ist mir die „Steuerungspolitik“ der Delegierten natürlich vertraut. Da die meisten Länderdelegierten die KandidatInnen der anderen Bundesländer nicht kennen, macht man vor dem Kongress Informationsveranstaltungen. Grundsätzlich ist das sinnvoll. Aber es bietet natürlich jede Möglichkeit Stimmung für oder gegen KandidatInnen zu machen. Wenn es dort z.B. heißt: Peter Pilz will ja eigentlich nicht mehr, Peter Pilz ist so alt und wir haben da mit Julian Schmid einen jungen sympathischen Kandidaten, der ja so viele Facebook Likes hat, ist klar wohin die Entscheidung geht. Von den Parteiverantwortlichen wurde Wichtigkeit und Notwendig von P.P. für die Wahl nicht betont. Ein völliges Versagen der politischen Einschätzung der Grünen Parteiführung.

Albert Steinhauser(Klubobmann der Grünen im Österreichischen Parlament): "Im Nachhinein betrachtet, hätte man freilich vieles anders machen müssen. „Aber, es ist eine relativ einfache Geschichte: Hätten wir den Peter Pilz auf Platz vier gewählt, dann wären die Grünen jetzt mit Sicherheit im Nationalrat“.

Dem Worten von Albert ist nichts hinzuzufügen. Hätte P.P den vierten Platz gemacht, wird niemand die These aufrecht halten können, er hätte trotzdem eigene Partei gegründet. Was sicher stimmt, denn P.P. ist ja ein realistischer Stratege, im Gegensatz zu unserer Grünen, dass er schon bald vor dem Bundeskongress in Linz mitbekommen hat, wie die Sachen laufen sollen und er einen Plan B für sich entwickelt hat. Es wäre schön gewesen, wenn von unseren Grünen Strategen für die jetzige Situation auch einen Plan B entwickelt worden wäre. Haben sie nicht, weil offensichtlich was nicht sein darf auch nicht sein kann.

Keine Umweltthemen mit lokalem Bezug! Klimaschutz als grüner Wirtschaftsmotor – wir bringen Österreich an die Spitze.

Mit dem überstrapazierten Überbegriff „Klimaschutz“ kann man nur mehr wenige WählerInnen emotional ansprechen. Es hat vollkommen die Verknüpfung auf die negativen Umweltauswirkungen auf die ganz persönliche Ebene der Menschen gefällt. Dabei gäbe es genügend Themen: z.B. Eschensterben

Realitätsverweigerung der Eliten!

Ich hatte in den letzten Wochen zahlreichen Kontakt zu vielen Grün Gruppierungen in N.Ö. Zu meiner großen Überraschung habe ich von fast jedem zweiten Vertreter einer Grünen Ortsgruppe gehört, dass in jeder Grünen Gruppe sich potentielle P.P. deklarieren. Nicht nur SympathisantInnen, sondern auch Grünen GemeinderätInnen. Ich bin davon ausgegangen, dass dies auch unserer Landesführung bekannt ist. Drei Tage vor der Wahl gab es in Klosterneuburg einen kleinen Pressetermin wo ich am Rande auf die schwierige Situation aufmerksam macht. Antwort. Die Rückmeldungen die man hätte wären anders. Die Leute sind motiviert und die Stimmung im Land ist gut. Na ja, habe ich mir gedacht, werden die Leute mir gegenüber halt übertrieben haben. Und dann diese Katastrophe die noch schlimmer ist als alles was mir geschildert wurde. Meine Frage ist jetzt nur, erreicht die Landesführung die Grüngruppierungen noch oder lebt sie in einem Paralleluniversum?

Realitätsverweigerung geht nach der politischen Katastrophe weiter!

Schreiben am Wahlabend an die Grünen NÖ Gruppierungen: „Wir sind eine starke Kraft, auf die man in Niederösterreich nicht verzichten sollte.“

Wir waren weder mit 9,6%, noch jetzt mit 2,7% eine starke politische Kraft in Niederösterreich. Wir waren ein hoch engagierte und kämpferische Partei in NÖ, aber stark waren wir auf Landesebene nie. Stärker sind wir zum Glück in den Städten und Gemeinden, wo wir auch Vizebürgermeister und Stadträte stellen. Daher wäre es von der politischen Landesführung sinnvoll gewesen mit diesen TrägerInnen der Grünen Politik in NÖ sich stärker auszutauschen und ihre Kritik nicht als Einzelmeinungen abzutun sondern erst zu nehmen. Aber die Konfrontation der mit der Realität war von der Parteiführung nicht so sehr gewünscht. Ich denke eine realistische Sichtweise unserer Stärke würde uns authentischer und damit auch stärker machen. Und in dieser Art sollten wir auch die Landtagswahlen am 28.Jänner 2018 angehen. Stark, engagiert und entschlossen, aber realitätsbezogen. Denn dann werden uns die Menschen wieder vertrauen.

INTERVIEW

Sepp Wimmer: „Grüne Idee ist wichtig, nicht die Partei“ Grün-Chef Sepp Wimmer geht nach dem Wahldebakel mit seiner Partei hart ins Gericht und kündigt den Austritt der gesamten Fraktion an.

Sepp Wimmer ist Stadtrat in Klosterneuburg, war 14 Jahre im Landesvorstand und ist seit fast 20 Jahren Mitglied des Landesausschusses der Grünen. Der bald 60-jährige Politologe bezeichnet sich selbst als Grünes Urgestein.

Der Supergau der Grünen bei den jüngsten Nationalratswahlen ist gerade an Sepp Wimmer nicht spurlos vorübergegangen.

NÖN: Die Grünen haben keinen Parlamentssitz mehr. Worin sehen Sie die Hauptgründe des Grün-Debakels?
Sepp Wimmer: Da gibt es mehrere. Es gibt zum einen eine große Diskrepanz zwischen dem, was die Grünen an sozialen und ökologischen Positionen verkünden, und dem, was getan wird, wenn sie in Spitzenpositionen kommen.

Wen meinen Sie da konkret?
Als Beispiel kann ich die Landeshauptmannstellvertreterin Tirols Ingrid Felipe oder auch Maria Vassilakou in Wien anführen.

Und andere Gründe?
Als ideologisches Wahlkampfthema wurde von den Grünen das Verhindern von Schwarz/Blau gewählt, eigene Themen und Forderungen, wie der Umweltschutz, wurden vernachlässigt. Und zuletzt natürlich die Entscheidung am Bundeskongress, die immer als Basisentscheidung hingestellt wurde, es aber nie war, Peter Pilz nicht auf den vierten Platz zu stellen. Hier haben einige der Grünen Elite einen ihrer unliebsamen, aber erfolgreichen Querdenker hinauskomplementiert und damit die Grüne Partei zerstört. Und nicht zuletzt haben die Grünen den hippen, neuen Touch verloren. Da fehlt einfach die Faszination des Neuen.

Wer ist Ihrer Meinung nach jetzt für das Debakel verantwortlich?
Hauptverantwortlich sind die Spitzenpersönlichkeiten, die im Bestreben, ihre Macht zu erhalten, Grüne Positionen verraten haben. Aber auch die kleinen Funktionäre, so wie ich, die schon lange die Entwicklung vorgeahnt, aber den Konflikt über die Ausrichtung der Partei nicht ausreichend geführt haben.

Aber da gab es ja auch Erfolge...
Ein völliger Realitätsverlust bei der Grünen Spitze ist nach der Wahl des Bundespräsidenten eingetreten. Da wurde doch glatt geglaubt, alle ÖVP- und SPÖ-Wähler, die Van der Bellen gewählt haben, um Hofer zu verhindern, sind jetzt potenzielle Grünwähler.

Sie bezeichnen die Grüne Politik der Bundespartei teilweise als verlogen?
Ein Beispiel: Wenn es um die Kürzung der Mindestsicherung geht, stellt die Bundespartei Strache und Kurz als die „Gottseibeiuns“ dar. Wenn es um den Erhalt einer ÖVP/Grünen Landesregierung mit einer Grünen Landeshauptmannstellvertreterin Felipe geht, dann stimmen die Grünen für die Kürzung der Mindestsicherung. Das ist verlogen, und diese Doppelmoral ist ein Grund für diese Grüne Katastrophe.

Aber wenn man regiert, muss man doch Kompromisse eingehen?
Nachdem ich selbst einer ÖVP/Grünen Stadtregierung angehört habe, ist mir das nicht neu. Aber es ist immer eine Frage, ob es dabei um fundamentale Grüne Ideen geht. Ich kann nicht auf der einen Seite die Kürzung der Mindestsicherung als Teufelswerk hinstellen und dann, wenn es um das Weiterbestehen einer ÖVP/Grünen Landesregierung wie in Tirol geht, das mittragen. Ich kann mir nicht den Klimaschutz auf die Fahnen heften und dann in der Tiroler Koalition mit der ÖVP in der Landesregierung den Gletscher-Schilift-Ausbau – gegen den Willen von zahlreichen ökologischen Bürgerinitiativen – mittragen.

Aber dann können die Grünen ja überhaupt nicht mitregieren...
Es ist Mythos, dass man nur in einer Regierung etwas bewirken und umsetzen kann. In der Opposition geht das auch, es ist nur nicht so einfach. Wir haben in Klosterneuburg mithilfe von Bürgerinitiativen und der Bevölkerung in einer Volksbefragung erreicht, dass große Grünflächen nicht in Bauflächen umgewidmet werden. Damit wurden außerhalb der Regierung weitreichende Entscheidungen getroffen.

Sie kündigen an, dass Sie die Grünen mit Ihrer Fraktion verlassen werden, bezeichnen sich selbst aber als Grünes Urgestein. Wie passt das zusammen?
Für mich hat die Grüne Partei an sich immer nur die Bedeutung gehabt, Grüne Ideen zu den Menschen zu bringen. Wenn die Grüne Partei diese Funktion nicht mehr erfüllt, hat sie für mich keine Bedeutung mehr. Die Grüne Idee ist wichtig, nicht die Partei.

Was muss passieren, dass Sie bei den Grünen bleiben?
Es müssen wieder die inhaltlichen Themen der Grünen vor den persönlichen Interessen der Spitze stehen. Land- und Bundesebene sollen die Ortsgruppen wieder verstärkt wahrnehmen.

Gibt es da ein Ultimatum?
Wenn bei der Landtagswahl am 28. Jänner die Grünen aus dem Landtag fallen, dann wird zwar die Grüne Idee sicher nicht tot sein, die Grüne Partei hingegen aber schon. Dann muss etwas Neues entstehen.

Wie, schätzen Sie, werden sich die Grünen bei der Landtagswahl schlagen?
Ich bin fest davon überzeugt, dass etwas Neues kommt, und das ist besser, als die alte Partei zu reformieren. Wenn Peter Pilz in NÖ antritt, wird das Überleben der Grünen in Niederösterreich nur sehr, sehr schwierig.

Was passiert mit Ihrer Fraktion, wenn Sie die Grünen verlassen?
Dann werden wir wieder eine Bürgerliste, die wir ja von Anfang an waren.

Schaut das jetzt nicht so aus, als wenn die Ratten das sinkende Schiff verlassen würden?
Der Vorwurf geht ins Leere! Jeder vernünftige Mensch wird, wenn er merkt, er geht auf den Abgrund zu, umdrehen.

Wie ist die Stimmung in den sozialen Netzwerken?
Weiß ich nicht! Ich habe meinen Facebook-Account vor Wochen abgeschaltet.

Warum?
Die sozialen Netzwerke höhlen die demokratischen Grundsätze aus. Unsere westliche Demokratie besteht im Grunde darin: Eine reale Person ist eine reale Stimme. Wenn man sich aber nun auf Facebook zig tausende Likes um ein paar tausend Euro kaufen kann, wenn man in den öffentlichen Foren nicht mehr weiß, sind tausende Postings von realen Menschen oder von Computerprogrammen erstellt, wird das öffentliche Stimmungsbild zur Unkenntlichkeit verzerrt. Auf dieser Basis ist keine gerechte Demokratie mehr möglich.

Ist diese harte Kritik gegenüber Ihrer eigenen Partei nicht übertrieben?
Harte Zeiten erfordern klare Worte. Für mich war es in meiner Kritik immer unerheblich, ob die Klosterneuburger ÖVP-Stadtregierung an Realitätsverlust leidet oder meine Grünen. Meine Kritik ist immer gleich.

Sie fordern einen finanziellen Solidaritätsbeitrag der Grünen Spitzenverdiener aus ihren politischen Bezügen. Wie schaut es da bei Ihnen persönlich aus?
Ich gehöre mit meinem Stadtrats-Salär von monatlich 1.848 Euro vor Steuern, von dem noch einmal 300 Euro monatlich für die Finanzierung der Grünen Gemeinderatsarbeit in Klosterneuburg wegkommen, sicher nicht zu den Grünen Spitzenverdienern, aber ich werde sicher auch meinen finanziellen Beitrag leisten.