NOEN*
3.Nov. 2017

3.11.2018

NÖ Landtagswahl
28.Jänner 2018

 

Liebe KlosterneuburgerInnen.
liebe Menschen aus dem Bezirk Tulln:!

Wie die meisten von Ihnen wissen, habe ich in den vergangenen Tagen meine Grüne Partei sehr hart und offen kritisiert. Auf Grund des Rauswurfs aus dem Nationalrat und der damit entstandenen existentiellen Krise der Grünen, war dies aus meiner Sicht notwendig. Auch habe ich klargestellt, sollte es zu keiner weitreichenden Erneuerung der Grünen kommen, werde ich nach dem 28 Jänner (unabhängig vom Wahlergebnis) die Grüne Partei verlassen. Gleichzeitig habe ich jedoch ausdrücklich auch festgehalten, dass bis zum Wahltag dem 28.Jänner, die Grüne Klosterneuburger Gemeinderatsfraktion aus Loyalität zu unseren zahlreichen Grünen GemeinderätInnen in den vielen NÖ Ortsgruppen den Landtagswahlkampf mit vollem Einsatz und großem "Herzblut" unterstützen werden. (s. untenstehende Stellungnahme. vom 24.10.2017)

Die Grünen des Bezirks Tulln haben mich vor einiger Zeit zum Spitzenkandidatur für den Bezirk Tulln, wozu ja Klosterneuburg nach der Auflösung der Bezirks Wien-Umgebung gehört, gewählt. Das die Grünen nach meiner harten öffentlichen Kritik an mir als Spitzenkandidaten festhalten und mich nicht wie wahrscheinlich bei ÖVP,SPÖ und Freiheitliche der Fall wäre mit Schimpf und Schande davon jagen, zeigt, dass wir Grüne eine ganz besondere Partei sind. Ja, wir machen auch Fehler, aber wir stehen auch dazu und versuchen sie offen und transparent aufzuarbeiten. Das ist manchmal schmerzvoll aber notwendig. Bei den anderen Parteien erleben wir das selten. Natürlich könnte das auch den Grund haben das sie überirdisch fehlerlos sind. Wahr ist aber vielmehr, sie verstecken ihre Fehler lieber ohne sie aufzuarbeiten. Schon gar nicht öffentlich. Und da sind mir meine Grünen mit ihrer offenen Art schon lieber.

Ich stehe mit meiner Kandidatur für die Grünen dafür, dass unsere Demokratie nur funktionieren kann, wenn Fehlentwicklungen kritisch angesprochen werden und offen aufgearbeitet werden. Alles andere empfinden die Menschen als unehrlich und sie wenden sich weiter von der Politik ab. In diesem Sinne ersuche ich Sie schon jetzt um Ihre Vorzugsstimme am 28. Jänner für eine offene und transparente Politik in Niederösterreich.

Sepp Wimmer

*Der letzte Absatz des NÖN Artikels gibt nicht korrekt das wieder, was ich gesagt habe. Ich habe nicht gesagt, ich gehe wenn die Grünen ein Debakel erleiden. Mein Verbleiben bei den Grünen, und das ist auch so immer aus den diversen früheren Stellungnahmen zu entnehmen, hängt nicht vom Wahlerfolg bei der kommenden LTW 2018 ab, sondern alleine ob es innerhalb der Grünen einen weitreichenden Reformprozess gibt. Es ist daher auch durchaus möglich, dass ich mein Grünes Engagement auch beim Nichterreichen des Einzuges in den NÖ Landtag mit großem Elan weiterführe. Wenn es keinen umfassenden Reformprozeß verabschiede ich mich von den Grünen.
DIE NOEN hat die Richtigstellung bereits zugesagt.

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24.10.2017

 

Die Wahlanalyse von Sepp Wimmer zur Nationalratswahl 2017 und das persönliche

INTERVIEW finden Sie hier

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17.10.2017

Nationalratswahl 2017

GRÜNES Klosterneuburger Wahldebakel
Absturz von 16,74% auf 5,41% (L.Pilz 8,09%)

Wenn man in Klosterneuburg das Wahlergebnis von Grünen und Peter Pilz zusammenzählt, wäre es mit einem Verlust von 10% noch immer eine saftige Niederlage. Mit der von der Grünen Bundesspitze nicht verhinderten Abspaltung ist es nun mit einem Verlust von 60% eine existentielle Katastrophe. Diese Niederlage hat alleine die Bundespartei zu verantworten, die vielen Grünen GemeinderätInnen die bis zuletzt für einen guten Erfolg gelaufen sind trifft daran absolut keine Schuld.

Peter Pilz ist sicher kein politischer Magier dem die Wählerstimmen so einfach zugeflogen sind. Und daher müssen wir Grüne uns fragen, warum haben uns die Menschen ihr Vertrauen entzogen. Das der Streit mit Peter Pilz der Grund gewesen ist, kann es nicht sein, denn dann hätten diese Menschen auch Pilz nicht gewählt.

Nach diesem Wahlergebnis ist es überfällig ohne Realitätsverweigerung darüber zu reden und das Ergebnis ohne „Behübschung„ zu analysieren. Wir Grüne/BGU haben in Klosterneuburg mit 5,41% ein so desaströses Wahlergebnis eingefahren wie es seit Bestehen der GRÜNEN (BGU) nicht gegeben hat. S.Grafik.

Schuldzuweisungen helfen uns nicht weiter, aber um eine glasklare Analyse und um Verantwortlichkeiten werden wir nicht herum kommen. Und wir sollten uns auch nicht weiter etwas vormachen, sondern uns der Realität stellen. Mit dem jetzigen 2,5 % sind wir keine starke politische Kraft in NÖ. Das wir mit unserer Politik 2/3 unserer Wähler nicht halten konnten hat nicht nur mit der Person Pilz etwas zu tun (wir konnten auch die SPÖ/ÖVP Wechselwähler nicht halten). Wenn ein Einzelkämpfer ohne viel Geld in fast allen NÖ Städten und Gemeinde mehr Stimmen bekommt als eine etablierte Partei wie die Grünen, hat das noch zahlreiche andere Ursachen. Und um das zu analysieren bleibt uns nicht viel Zeit, den die Landtagswahlen stehen vor der Tür.

Wir sollten vielleicht damit beginnen weniger auf Umfragedaten und Spindoktoren zu hören, die uns Grünen zu einer massentauglichen und umfragekonformen Partei gemacht haben, sondern auf die zahlreichen Menschen mit Überzeugung, Witz und Streitlust die wir in unseren Reihen haben.

Dass es nicht so weitergehen kann, ist hoffentlich allen klar.

Sepp Wimmer
Fraktionsobmann der GRÜNEN Klosterneuburg