Wald und Mountainbike!

Liebe KlosterneuburgerInnen!

Seit Jahren gibt es immer mehr Menschen (und dies sind vor allem junge Menschen) die das Land per Mountainbike entdecken. Gerade um Großstädte herum, wie der Bundeshauptstadt Wien, und den angrenzenden Wienerwald nimmt dies besonders stark zu. Als seit Jahren begeisterter Mountainbiker, registriere ich diese Entwicklung natürlich ebenfalls. Und so sehr es zu begrüßen, und zu unterstützen ist, wenn Menschen den Wald als Erholungs- und Freizeitrefugium entdecken, führt dies auch zu Konflikten mit den traditionellen Nutzern des Waldes: den Grundstückseigentümern, den Forstwirten, den Jägern, etc. Es gibt verschiedene Ansätze diese Probleme zu lösen. Der überwiegende Teil der Mountainbike Initiativen strebt eine Freigabe der Forststraßen fürs Mountainbiken an. Ein anderer Ansatz ist, nur spezielle Strecken für Mountainbiker freizugeben. Dies wird derzeit mit dem Trailpark im Weidlingbacher Forst beim Taferlberg versucht.

Aus meiner jahrelangen Erfahrung ist der zweite Lösungsansatz das Mountainbiken nur auf wenigen kurzen Trails (Strecken) zu erlauben zum Scheitern verurteilt. Deshalb weil,

- es gibt österreichweit ca. 380.000 Mountainbiker, davon haben 95% NICHT das Bedürfnis auf einer kurzen Trailstrecke rauf- und runterzufahren, vergleichbar etwa mit einer Buckelpiste beim Schifahren, sondern sie wollen auf Forstwegen die Landschaft entdecken. (Z.B. von Klbg auf die Windischütte, zum Tulbingerkogel, zur Mostalm, etc..)

- da die Trailstrecken meist nicht auf Forststraßen verlaufen sondern abseits, werden Biker verstärkt abseits der Forststraßen ins Gelände gezogen. Neue Trails in bisher "unberührten" Waldstücken werden entstehen.

Ich habe aber durchaus auch Verständnis für die Bedürfnisse der „Trail-Biker“. Aber eine Trailstrecke muß ja nicht in einem völlig unberührten Waldstück angelegt werden. Man sollte dies dort machen, wo der Wald von der Infrastruktur schon aufgeschlossen ist und nicht in einem unberührten Waldstück. Für mich wäre der ideale Standort am Kahlenberg beim Waldseilpark. Hier wäre die notwendige Infrastruktur vorhanden und vielleicht gäbe es auch Synergieeffekte mit dem Waldseilpark.

Sepp Wimmer

P.S.: Eines der Hauptprobleme zwischen MountainbikerInnen und Grundstücksbesitzern ist die Benützung der Forststraßen und die Haftungsfrage. Meine Meinung dazu ist klar: Wenn ich auf einen Forstweg fahre, der keine offiz. MTB-Strecke ist, fahre ich auf eigenes Risiko und der Grundstücksbesitzer, der Wegeerhalter oder der Pächter haben hier keinerlei Verpflichtung oder Verantwortung für die Haftung dem MTBer gegenüber. Wer mit dem Mountainbike fährt, sucht ja keine Straßen, sondern naturbelassene Wege. Er muß mit Hindernissen rechnen und seine Fahrweise daher anpassen. Eine Entwicklung in Richtung Verantwortung der Grundstücksbesitzer a la StVO und Straßenerhalter ist hier also fehl am Platz.


 

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Trailpark Weidlingbach beim Taferlberg!

 

Gründe, warum die GRÜNEN Klosterneuburgs die Trailpark Downhill Strecke in Weidlingbach kritisch sehen:

Das gesamte Projekt wurde ohne Einbindung dort wohnenden Bevölkerung und der Stadt Klosterneuburg durchgezogen. Weder der Klosterneuburger Stadtrat, noch der Gemeinderat, noch die zuständige Ortsvorsteherin waren über dieses Projekt informiert.

Umweltbedenken bestehen, da für die Trailstrecke in Weidlingbach
- Wanderwege verlegt werden (s. Seite 15 der Präsentation)
- Gerodet wird (s. Seite 8)
- Kleinbagger eingesetzt werden (s. Seite 11)
- Humusschicht entfernt wird. (s. Seite 11)

Hier finden Sie den Folder mit dem umfassenden Projekt.

Was den Standort Weidlingbach-Taferlberg weiters betrifft, ist auch das Fehlen jeglicher Infrastruktur für zahlreiche Trail-Fahrten. Dazu gehört:
- Geringes Parkplatzangebot (viele Trailfahrer kommen mit dem Auto aus Wien)
- Keine WC Anlage
- Keine Müllentsorgung
- Keine Einkehrmöglichkeit
!