Wieviel Wachstum ist gut für Klosterneuburg?


Nachgefragt bei Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer!


Hand aufs Herz, wie steht es mit der Umweltsituation in Klosterneuburg?
Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer: Klosterneuburg befindet sich jetzt in der Phase, wo die entscheidenden Weichenstellungen für den Erhalt unserer besonderen Lebensqualität als „Gartenstadt“ für die nächsten Jahrzehnte getroffen werden.

Wieso gerade jetzt?

Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer
:
„Bis auf die Bauwirtschaft lahmt die gesamte übrige Wirtschaft, dadurch wird im Immobiliensektor immer mehr Geld investiert. Und dann kommt noch dazu, dass wir uns in einem Generationswechsel bei den Grundstückseigentümern befinden. Die Generation der Erben hat sich oftmals ganz woanders ihre Existenz aufgebaut und verkauft dann eben das alte Elternhaus oder das geerbte Grundstück. Oft sind auch nur durch einen Verkauf verschiedene Erbansprüche zu erfüllen und dann wird eben, dass was fünfzig Jahre und länger als Obstgarten oder Wiese genützt worden ist, aber in Wahrheit als Bauland gewidmet ist, verkauft und verbaut."


Hermannstraße

Aber ist das nicht auch ein Vorteil für die Stadt und schafft leistbare Wohnungen für junge Menschen?
Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer: "Ein zusätzlicher Einwohner(in) bringt der Stadt unterm Strich keinen finanziellen Vorteil. Vielmehr ist es so, dass durch die notwendige zusätzliche städtische Infrastruktur vieles teurer wird. Und was die Errichtung von leistbaren Wohnungen betrifft, wäre es schön wenn solche errichtet würden. Dem ist leider nicht so! Primär werden von den privaten Baugenossenschaften hochpreisige Wohnungen, die sich kein durchschnittlicher Klosterneuburger(In) leisten kann, geschweige denn junge Menschen, errichtet. Heute werden zu viele Wohnungen als Geldanlage gebaut und zu wenig um den Wohnbedarf der „Durchschnittsbevölkerung“ zu verbessern.


Agnesstraße
ehemaliger Traditionsheuriger Aigner

Was ist die Antwort der GRÜNEN arauf?
Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer: „Wir müssen akzeptieren, dass die Wachstumsphilosophie — die uns bestritten in den vergangenen Jahrzehnten Wohlstand gebracht hat — nun auch in den Gemeinden und Städten an ihre Grenzen stößt. Aufs Bauen umgelegt, heißt das, wo früher noch genügend Platz war, beeinträchtigen die vielen Neubauten jetzt die Lebensqualität der Klosterneuburger Bevölkerung. Der grüne ‚Garten nebenan ist plötzlich, durch den Neubau nebenan ist die Wohnung dunkler, durch die notwendige Straße nebenan ist der Lärmpegel höher und die Schadstoffe werden auch mehr!“

Heißt das jetzt Stillstand bei der Wirtschaft, beim Bauen und in der städtischen Entwicklung?

Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer: "Jedes vernünftige Wachstum ist begrenzt, nur ein Krebsgeschwür wächst unbegrenzt bis es zum Tod des Organismus führt. Lebendig sein, heißt natürlich nicht Stillstand, sondern weg vom ständigen Verbrauch der noch vorhandenen Ressourcen.


Hölzlgasse

Beim Bauen heißt das weg von der Verbrauch der „grünen Wiese“ oder des Obstgartens, hin zur intelligenten und optimierten Nutzung der bereits vorhandenen Bauressourcen. Sanierungen, Dachbodenausbauten, Revitalisierung alter Bausubstanz, Modernisierung der Energiesysteme usw. Wollen wir unsere Lebensqualität,

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Maximal 35.000 EinwohnerInnen sind das festgelegte raumordnerische Ziel für Klosterneuburg!

Derzeitiger Einwohnerstand ca. 33.600
26.000 Personenmit Hauptwohnsitz
5.000 Personen mit Zweitwohnsitz
1.600 Personen in den Kleingärten
1.000 Personen im Grünland

Weiters gibt es derzeit noch unbebautes Bauland für weitere ca. 4.100 Einwohner (s.nachstehende Grafik).

Weiters stehen im bereits jetzt verbauten Bauland durch Baulandverdichtungen weitere Wohnmöglichkeiten für zusätzliche ca.1.600 Einwohner zur Verfügung!

Damit steht derzeit Bauland für 39.300 Personen zur Verfügung!


Dunkelrot das noch unverbaute Bauland für ca 4.100 Personen.

aber auch ein langfristig florierende Wirtschaft erhalten, müssen wir zu einem sich erneuernden Kreislaufsystem kommen und nicht den „Fraß“ von Umwelt und Natur bedenkenlos weiter machen. Da werden wir bald am Ende sein."


Weidlingerstr. 14
ehemalige Gärtnerei Kugler

Aber Klosterneuburg hat gerade einen Klimaschutzpreis für die Modernisierung der Kläranlage bekommen?
Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer: "Der Preis für die Kläranlage ist eine schöne Sache, aber wenn die ÖVP gleichzeitig die Umweltförderungen (Solar, Photolvoltaik, Wärmepumpen, etc. für die gesamte Klosterneuburger Bevölkerung bis zu 90% zusammen streicht, fehlt hier neben dem


Weidlinger Pfarrgarten
Verbauung fix!

Engagement bei der Kläranlage das zweite wichtige Standbein, das Engagement für die Klimaschutz-agenden für die breite Bevölkerung. Dafür würde die EU sicher keinen Climat-Star vergeben, eher schon die saure Zitrone.“

Zum Abschluss, was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer: "Ein gutes Leben für die Menschen in dieser Stadt
."

Programm 2015-2020
 


1) Lebensqualität braucht Umweltschutz!


 

- Grüne weiterhin Garant gegen intensive Verbauung

- Neuer Bebauungsplan zum Schutz vor zu intensiver Verbauung

- Personelle Aufstockung der Baubehörde.

- Erhaltung u. Sicherung der Naherholungsräume, konsequente Einhaltung der Raumordnung (Grünflächen, Schutzzonen etc.).

 

 



 

 

- Erhalt des Baumbestandes

 

 



 

- Blühflächen

 

 

 

- Gemeinschaftsgarten






- Verstärkter Ensembleschutz von einzelnen Gebäuden im Interesse des Stadtbildes.

 





- Keine Kürzungen, sondern weiter Ausbau der Förderung von Alternativenergien wie Solar, Photovoltaik, Biomasseanlagen,

 



-Wärmedämmung, etc.

(In den Jahren der Mitregierung der GRÜNEN 2005-2010 wurden die Förderungen für Alternativenergien fast verdreifacht. Danach, in den fünf Jahren der ÖVP Alleinregierung von 2010-2015 wurden sie wieder drastisch gekürzt.)




- Ausbau des umweltfreundlichen Beschaffungswesen (FAIR TRADE) sowie sozial verträglicher Produkte in der Gemeinde: Recyclingpapier, möglichst PVC-. FCKW¬bzw. HFCKW-freie Produkte, kein Tropenholz.

2) Lebensqualität braucht Verkehrsentlastung




- Keine Donaubrücke als Anbindung zur A 22 Donauuferautobahn welche als Ausweichstrecke zur Nordbrücke zusätzlichen Verkehr nach Klosterneuburg bringt.




- Stadtplatz Tempo 30

- VOR - Kernzonenerweiterung

- Stadtbus Optimierung durch kundenfreundliche Linienführung



 

- Franz Josefs Bahn: 15 Minutentakt bis 20 Uhr, danach Halbstundentakt bis Mitternacht.

- Verbesserung Service Fahrkartenautomaten auch Bahn-Bus Kombi-Tickets Abgabe


 

- Konsequente Weiterführung des Ausbaus des innerstädtischen Radwegnetzes (z.B.: Radwege. Fahren gegen die Einbahn, Wohnstraßen, etc.)

- Ausbaus des 3 Täler Radwegnetzes




- Weiterführung der Radbörse


3) Lebensqualität braucht ökologischen Stadtumbau!




- Stadteigenes Zentrumsparkhaus mit 2 Stunden kostenlosen Parken.






- Bessere Verbindung Obere und Untere Stadt.






- Stadtplatz innerstädtische Einkaufspassage 






- Stadtplatz innerstädtische Tiefgarage 


- innerstädtischer Aufenthaltsbereiche



- mehr Radabstellplätze im Zentrum

 

- Hundeauslaufzone






- innerstädtisches freies WLAN 


4) Lebensqualität braucht Demokratie und Kontrolle




- Förderung der demokratischen Einbindung Jugendlicher in die demokratischen Entscheidungsprozesse (z.B.: Demokratieforen, Internetclubs, Jugendgemeinderat, etc.).





-
Weiterer Ausbau des E-Government Services für die Bevölkerung, wie bei Gebühren- und Abgabenverrechnung, Anmeldungen, etc. per Internet.

5) Lebensqualität braucht Soziale Bedingungen


- Ausbau der barrierefreien Stadtgestaltung Akustische Ampelanlagen, Enthinderung von öffentlichen Gebäuden. Vermeidung von schweren Türen und Türschließern, etc.


6) Lebensqualität braucht eine junge Stadt







- Anstelle stadteigene Bauflächen im großen Stil auf Generationen hinaus zu veräußern, soll die Stadt selber leistbare Wohnungen (insbesondere Startwohnungen für junge Menschen) errichten.
 






- Schaffung von Abenteuerspielplätzen Naturnahe Gestaltung im Bereich des Donauarms im Strandbad mit Kletter-, Versteck- und Schwingmöglichkeit („Abenteuerinsel")




- Aufwertung des Strandbades als Naherholungsgebiet, Freigabe eines der beiden unteren Donauarme zum Surfen!



- Öffentlicher, freizugänglicher normgerechter Fußballplatz für Hobbymannschaften und FreizeitsportlerInnen!

7) Lebensqualität braucht ein kulturelles Angebot


- Der Erhalt der Rostock-Villakübernahme in die Hoheit der Stadt ist mehr als eine einmalige Chance, den Fortbestand der historischen Villa und den Bestand der beiden noch im Objekt befindlichen Museen zu gewährleisten. Außerdem könnte das Haus als Veranstaltungsort und seiner Widmung gemäß als Museum/Archiv neben den aus allen Nähten plazenden Stadtmuseum genutzt werden.




- Weiterführung des Sommer Open Air Kinos!




- jährliches Stadt- oder Straßenfestival.




- Gemeinsame Klosterneuburger Kulturcard!
(Mit einer Karte in alle Klosterneuburger Musseen! (Städtische Museen, Stiftsmuseen, Sammlung Essl).